
Die Schlagzeile der Woche ist diesmal ein übler Kalauer. Offenbar so übel, dass sie inzwischen wieder aus dem www verschwunden ist. Aber der Reihe nach: US-Notenbankchef Ben Bernake ist von Barack Obama für eine zweite Amtszeit nominiert worden, worauf die Börsen mit Kursgewinnen reagiert haben. Daher hat sich die “Telebörse” zur Schlagzeile “Danke, Bernanke!” hinreißen lassen – allerdings nur vorübergehend, denn irgendein humorloser Redakteur hat das inzwischen in “Dank Bernanke und Daten” geändert. Olle Spaßbremse!

Man hat sich ja schon daran gewöhnt, das sich im Zuge der Wirtschaftskrise positive und negative Einschätzungen der Lage beinahe täglich abwechseln, bis man gar nicht mehr weiß, was man eigentlich glauben soll. Haben wir das Schlimmste hinter uns? Kommt das dicke Ende erst noch?
Die “Welt” hat nun das Kunststück fertig gebracht, sich binnen drei Tagen schon im Teaser ihrer Kommentare zur wirtschaftlichen Lage diametral zu widersprechen: Am 10. August hieß es im Aufhänger zum Artikel “Deutschland braucht ein neues Wachstumsmodell” noch “Die Exportabhängigkeit ist uns zum Verhängnis geworden“. Das sieht man am 13. August schon anders, schließlich war inzwischen bekannt geworden, dass Deutschland entgegen aller Erwartungen im 2. Quartal sogar ein kleines Wachstum von 0,3% erwirtschaftet hat. Unter dem Titel “Experten schrieben deutschen Export zu früh ab” (hört, hört!) klingt das nun etwas anders: “Es war ein wenig Häme im Spiel: Ökonomen und Journalisten aus dem Ausland“ (ach so!) “hatten die deutsche Abhängigkeit vom Export als ‘gigantischen Fehler’ bezeichnet. Doch nun hat Deutschland als eines der ersten Länder die Rezession hinter sich gelassen. Das Exportmodell erweist sich als erstaunlich robust.” So funktioniert also “Welt“-Wirtschaft! Welche der beiden nun die Schlagzeile der Woche ist, darf sich jeder selbst aussuchen…

Seit gestern läuft auf RTL eine neues Comedyformat: Der Lehrer. Natürlich kriegt der Kölner Sender schon aus Prinzip dafür von den Kritikern auf die Mütze, egal ob im “Spiegel“, im “Focus” oder in der “Welt“. Besonders das Bild in der Süddeutschen hat mir gefallen, denn dort ist auf der Tafel im Hintergrund Phosphat, Carbonat, Sulfat und Nitrat inklusive der jeweiligen chemischen Formel zu sehen – stimmt nur leider alles nicht. Irgendwie hat man bei RTL anscheinend noch nie etwas von Ladungen gehört…

Eigentlich langweilen mich Fotosammlungen im Internet, so schön sie im Einzelfall auch sein mögen. Eine Ausnahme ist das Fotoarchiv des LIFE-Magazins, das historische Aufnahmen aus 150 Jahren zeigt und komplett bei Google einsehbar ist.

Wie machen das die Nachrichtensprecher im Fernsehen nur, dass sie selbst die schwierigen Namen von Politikern vom anderen Ende der Welt fehlerfrei aussprechen können? Wahrscheinlich informieren sie sich vorher bei “howtosaythatname.com“! Aber warum in die Ferne schweifen, schon unsere heimischen Dialekte treiben manchen zur Verzweiflung! Allerdings bietet auch hier das Internet Abhilfe: Den Sprachatlas der Bayerischen Landesbibliothek.