15Dez 08

Sportberichterstattung

geschrieben von Ferdl und abgelegt unter Medien
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TV

Am vergangenen Samstag hatte Wladimir Klitschko das einseitige Vergnügen, gegen Hashim Rahman anzutreten. Für RTL-Verhältnisse war die TV-Übertragung diesmal sogar in Ordnung, auch wenn wie immer die Werbeunterbrechungen ebenso genervt haben, wie Frauke Ludowig oder der unvermeidliche Kai Ebel, der sich wohl auch noch mit siebzig im Hanswurst-Bedarf einkleiden wird. Zumindest hat man (und das ist bei RTL keineswegs selbstverständlich) den Kampf halbwegs gut mit der Kamera eingefangen. Das war zusammen mit der Tatsache, dass sich Reporterlegende Ernst Huberty scheinbar bester Gesundheit erfreut, allerdings das einzig positive an diesem Abend. Hätte man das mal besser den Herrn Huberty machen lassen…

Die schreibende Zunft hat sich mit ihrer Berichterstattung auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viele haben sich offenbar damit begnügt, den recht blutleeren Text der Presseagentur abzuschreiben (FAZSüddeutsche?), der dem Gebotenen in keiner Weise gerecht wird! Zumindest hat sich der Spiegel seine eigenen Gedanken über die Vorstellung am Samstag gemacht. Alleine der Stern trifft aber den Nagel wirklich auf den Kopf und findet deutliche Worte: Das war eine Farce!

Zumindest ist mir an diesem Abend der Kommentar von Henry Maske erspart geblieben, der ja in der ARD gerne im Tonfall (und überraschenderweise auch mit dem Boxsachverstand) eines Dorfpfarrers seine Sicht der Dinge darlegen darf. Im Spiegel wird er mit folgenden Worten zitiert: “Ein Haken in der ersten Runde hat Rahman so erschreckt, dass er merkte: Hier steht ein Baum vor mir und nicht eine kleine Borke.” So lasst uns eine Borke pflanzen und gemeinsam mit Pfarrer Maske für bessere Zeiten im Schwergewicht beten!

3 Kommentare

Michl schrieb am 15. Dezember 2008 @ 18:44

Du triffst wie immer des Boxers (Pudels) Kern. Allerdings würde ich auch den Ringrichter mit ins Gebet einschließen. Das ist Schwergewicht, da verprügeln sich zwei, und wer am Ende noch steht hat gewonnen. Basta.
Aber wenn das so weiter geht, schaffen wir den ko am Besten ganz ab und erklären den Kampf für beendet, wenn Prof. Brinkmann unter Assistenz vom ganzen General Hospitalteam einen der beiden Kämpfer für unterlegen hält. Oder wir nehmen einen Juristen als Ringrichter, der könnte dann wenigstens sagen: Es kommt darauf an.
Mädchenverein…

Michl schrieb am 22. Dezember 2008 @ 14:55

Tja, was soll man zum Holyfieldkampf sagen?
Die ersten 6 Runden dachte ich, ich sähe mir die Chippendales in der Opa-Version an. Ein fröhlicher Ringelreihen mit gelegentlichem Streicheln. Danach gings nicht viel erfrischender weiter, und das pummelige Riesenbaby aus Russland bewegte sich in etwa so schnell wie Moos wächst. Sicher, Holyfield hat seine besten Zeiten hinter sich, und gegen einen agileren Boxer hätte er vermutlich Prügel bezogen, doch Walujew ist die Berufsbezeichnung Boxer nicht wert. Er erinnert mich eher an einen Brachiosaurus, der einzig auf Grund seiner Größe unangreifbar war… Bleibt uns die Hoffnung, daß sich die Geschichte wiederholt und Saurier aussterben.

Ferdl schrieb am 22. Dezember 2008 @ 21:20

Stimmt, Holyfield war wirklich besser und fitter als erwartet, aber bei dem Gegner…
Der …ähm… Weltmeister kriegt beim nächsten vernünftigen Gegner wieder Dresche wie schon gegen Chagaev, dann hat sich das hoffentlich erstmal erledigt!

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