26Jan 10

Zusatzbeitrag

geschrieben von Ferdl und abgelegt unter In eigener Sache
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Es ist wirklich erstaunlich, wie unreflektiert auch große Deutsche Medien über die Erhebung des Zusatzbeitrages zu gesetzlichen Krankenversicherung durch die DAK und andere Kassen berichten. Oft genug wird da nur die DPA-Meldung abgeschrieben, mal wieder dröge über die mangelnde soziale Gerechtigkeit gejammert oder im Einklang mit der Opposition über den Bundesgesundheitsminister hergezogen, der – bedenkt man, wie kurz er erst im Amt ist – für die aktuelle Situation ungefähr soviel kann wie ich.

Anders die Süddeutsche Zeitung, die offenbar wirklich einen Reporter zu der gemeinsamen Pressekonferenz verschiedener Krankenkassen geschickt hat, und daher über die Wortmeldung von Volker Hansen, einem Vertreter der Arbeitgeber im Verwaltungsrat des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen berichten kann: “Was ist das denn eigentlich für ein Frühstückskartell? Säßen hier die Chefs der großen Mineralölkonzerne, alle wären empört über derartige Preisabsprachen.” soll er laut SZ den DAK-Chef angefahren haben.

Fakt ist, dass viele Kassen Probleme haben, sich aber in punkto Zusatzbeitrag keine aus der Deckung wagen wollte, um nicht der Böse zu sein und scharenweise Kunden zu verlieren. Warum das ganze also nicht gemeinsam angehen? Dabei war man seitens der beteiligten Kassen sogar so dreist, eine gemeinsame Pressekonferenz zu geben! Nun ist Wettbewerb ja gerade bei den Krankenkassen explizit gewollt. Das Handelsblatt geht deswegen sogar noch einen Schritt weiter und schreibt: “Der Vorgang sollte das Bundeskartellamt alarmieren. Denn die Kassen unterliegen bei der Gestaltung ihrer Zusatzbeiträge genauso dem Wettbewerbsrecht wie die Kaffeeröster, die wegen verbotener Preisabsprachen Ende 2009 zu einem Bußgeld von 160 Mio. Euro verurteilt wurden.

Um es klar zu sagen: Mir geht es nicht um die 100 Euro im Jahr, scheiß drauf! Gesundheit ist nun mal teuer, und vieles ist hier von der Politik vermurkst worden, nicht von den Krankenversicherern. Aber solange Kassen so einen Blödsinn wie Ernährungsberatungen und Nordic-Walking-Kurse anbieten, solange sie Bonusprogramme offerieren, bei denen man einen Werberegenschirm gewinnen kann, oder – wie eben auch die DAK – alle paar Wochen ein “Käseblatt” in den Briefkasten werfen, das bei mir direkt ins Altpapier wandert, werde ich das ganz bestimmt nicht mittragen. Allein die jährlichen Portokosten für letzteres darf sich bei 4,6 Millionen DAK-Versicherten jeder gerne selber mal ausrechnen. Aber man ist ja so dreist und verkauft diesen Mumpitz auch noch als Mehrwert, wegen dem es sich loht, dort versichert zu sein.

Apropos Portokosten: Die entsprechenden Kassen dürfen nun alle Kunden erstmal anschreiben (ist der Taschenrechner noch an?). Natürlich werden diese Zusatzbeiträge nicht wie die normalen Beiträge einfach vom Gehalt abgezogen, sie müssen vom Versicherten monatlich überwiesen werden oder eine Einzugsermächtigung erteilt werden. Die müssen nun wieder ins System eingepflegt werden, Konten müssen kontrolliert und säumige Zahler gemahnt werden. Kostet ja nix. Laut Handelsblatt gehen allein 2 der 8 Euro für die Verwaltung drauf. Na dann gute Besserung!

Zum Glück übernimmt das Handelsblatt auch nicht wie viele andere blind die von der DAK und einigen Gesundheitsexperten verbreitete Ansicht, dass sich ein Wechsel der Kasse nicht lohne, da ohnehin die meisten anderen Kassen bald folgen würden. Es bezeichnet das kurz und knackig als “Volksverdummung” und fordert die Versicherten auf, mit den Füßen abzustimmen, denn “wer sich nicht wehrt, zahlt drauf“.

UPDATE 27. Feb 2010:

Heute sieht die Sache schon anders aus: Nach zahlreichen Beschwerden wird das Kartellamt aktiv. Damit hat diese Sichtweise auch Eingang in die Medien gefunden. Schließlich sieht das inzwischen angeblich auch die Bundeskanzlerin so!

21Jan 10

Inkasso

geschrieben von Ferdl und abgelegt unter Medien
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Für Schuldner ist es wohl die beste Nachricht seit Peter Zwegat: Das legendäre Inkasso-Team Moskau (“Ihr Schuldner muss kein Russisch sprechen, er wird uns auch so verstehen”) gibt es nicht mehr. Schon im Herbst 2008 war dem Inkasso-Team das Gewerbe untersagt worden, was nun das Verwaltungsgericht Lüneburg in seinem aktuellen Urteil bestätigt hat.

27Aug 09

Schlagzeile der Woche IX

geschrieben von Ferdl und abgelegt unter Medien
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Buchstaben

Die Schlagzeile der Woche ist diesmal ein übler Kalauer. Offenbar so übel, dass sie inzwischen wieder aus dem www verschwunden ist. Aber der Reihe nach: US-Notenbankchef Ben Bernake ist von Barack Obama für eine zweite Amtszeit nominiert worden, worauf die Börsen mit Kursgewinnen reagiert haben. Daher hat sich die “Telebörse” zur Schlagzeile “Danke, Bernanke!” hinreißen lassen – allerdings nur vorübergehend, denn irgendein humorloser Redakteur hat das inzwischen in “Dank Bernanke und Daten” geändert. Olle Spaßbremse!

22Jul 09

Apfel-Allergie

geschrieben von Ferdl und abgelegt unter Computer
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Apfel

Offenbar ist es schwierig, Apple neutral gegenüberzustehen. Einerseits wird dem Unternehmen aus Cupertino, das im übrigen immer erfolgreicher wird, eine Verehrung zuteil, die man sonst eigentlich nur von Sekten kennt, andererseits nimmt auch die Ablehnung der Windows-Fraktion manchmal schon fanatische Züge an. Neu ist mir allerdings, dass man sich von Apple bedroht fühlen kann: Ein Amerikaner hat Apple kürzlich wegen Stalking und Zusammenarbeit mit der italienischen Mafia verklagt!

05Mrz 09

Banker

geschrieben von Ferdl und abgelegt unter Nonsens
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SOS

Für Banker ist die Welt heute ohne Zweifel eine andere, als sie noch vor zwei Jahren war: Damals noch gefeierte Finanzgenies – heute nur noch die Prügelknaben, die die Welt in den Abgrund geführt haben. Das geht natürlich auch an ihrem näheren Umfeld nicht spurlos vorbei, vor allem an dem Teil der Damenwelt, der sich darauf spezialisiert hat, erfolgreiche Banker aufzureißen und das schöne Leben zu genießen. Wer geht statt mit der Limosine vor einen Nobelrestaurant vorzufahren schon gerne mit einem gebrochenen Häufchen Elend zu McDonalds? Was nun? Ab in die virtuelle Selbsthilfegruppe “Dating A Banker Anonymous“!