
Wie machen das die Nachrichtensprecher im Fernsehen nur, dass sie selbst die schwierigen Namen von Politikern vom anderen Ende der Welt fehlerfrei aussprechen können? Wahrscheinlich informieren sie sich vorher bei “howtosaythatname.com“! Aber warum in die Ferne schweifen, schon unsere heimischen Dialekte treiben manchen zur Verzweiflung! Allerdings bietet auch hier das Internet Abhilfe: Den Sprachatlas der Bayerischen Landesbibliothek.

Die “Welt” liefert einen sehr umständlichen (aber zumindest gesellschaftsfähigen) Euphemismus für “Klugscheiße“: “Wissen, das keiner braucht, aber Eindruck schindet“. In der immerhin 543 Einträge umfassenden Sammlung sind wirklich einige interessante Dinge dabei, auch wenn manches leider nicht ganz richtig ist. Auf geht’s, lesen und lernen! Morgen frag’ ich ab…

In nahezu allen Onlinemedien wird diese Sau in schöner Regelmäßigkeit durchs Dorf getrieben: Die ach so witzige (angebliche) Jugendsprache. Schon die Wahl des Begriffs “Gammelfleischparty” (Ü-30-Party) als Jugendwort des Jahres 2008 hat ein unverhältnismäßig großes Medienecho erfahren. Mal im Ernst, was soll das? Begriffe wie “Hopfenkaltschale” kenne sogar ich noch aus meiner Jugend (und das war irgendwann kurz nach Erfindung des Rades), und wenn man 100 Jugendliche fragt, was mit “Stockente” gemeint ist (ein Nordic Walker), zucken 98 davon wahrscheinlich ratlos mit den Schultern. Was da als Jugendsprache verkauft werden soll, ist nicht mehr als eine Ansammlung von suuuper witzigen Synonymen zu Erheiterung von Bildzeitungslesern jenseits des Klimakteriums und hat mit wirklicher Sprache aber auch gar nichts zu tun.
Leider ist das aber gerade für Onlinemedien sehr praktisch, schließlich lässt sich daraus mal wieder prima eine Klickstrecke oder besser noch ein Quiz basteln (siehe z.B. SZ oder Spiegel), und sich damit die Seitenaufrufe in der Zugriffsstatistik künstlich hochjagen. Wenigstens “Die Welt” findet für diesen Schwachsinn auch kritische Worte, will sich aber als inoffizieller Klickstreckenmeister natürlich zumindest in dieser Hinsicht keine Blöße geben. Da möchte ich gar nicht erst wissen, was uns im Sommerloch noch alles droht…